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Wir jedenfalls treten ein für ein weltoffenes Hürth, das Menschen in Not hilft und in dem Menschen verschiedener Kulturen miteinander friedlich leben können.

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Dreiste Lügen in Hürth

Wer wie die sogenannte Alternative fD anprangert, dass unangenehme Wahrheiten beschönigt würden, der sollte nicht mit Steinen werfen, wenn er im Glashaus sitzt. „Lügenpresse“ zu skandieren ist zwar im Zweifel einfacher, als die Wahrheit zu sagen oder sogar zu verbreiten. Wir helfen deshalb mal nach:

Der AfD-Stadtverband Hürth hatte auf dem Platz „An der Alten Synagoge“ nur wenige Tage nach dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht einen Infostand angekündigt. Einige Meter davon entfernt gestaltete Hürth bleibt bunt eine Demo/Mahnwache, friedlich und fröhlich. Schließlich ist es unser Anliegen, gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit unsere Stimme zu erheben und Zeichen zu setzen. Nur eine Woche zuvor hatten wir der Hürther Juden gedacht, die Leid erfahren hatten, deren Synagoge, Geschäfte und Wohnungen zerstört worden war.

Die Hürther AfD titelte nun auf ihrer Seite und bei Facebook: „‘Buntes Hürth‘ hiess uns heute in Alt-Hürth willkommen“ - und verdreht damit vollkommen die Tatsachen: Von „willkommen heißen“ kann keine Rede sein, die AfD-Leute wurden von Hürth bleibt bunt auch nicht „empfangen“, sondern allenfalls zur Kenntnis genommen. Die Demo war schlicht in vollem Gange, als sie auf dem Platz eintrafen. Einen Stand haben sie übrigens nicht aufgebaut.

Es ist ebenso wenig richtig, dass die AfDler sich später „unter die Demonstranten“ mischten. Die Demonstration richtete sich schließlich gegen ihre Ansichten. Richtig ist hingegen, dass gegen Ende der Veranstaltung uns Demo-Teilnehmern ein Gespräch aufgezwungen wurde. Man stellte sich uns nicht vor, sondern redete auf uns ein. Auf unseren Hinweis, dass wir die Politik der AfD ablehnen und beispielsweise ungeheuerlich finden, wie Herr Höcke seine Reden mit NS-Rhetorik spickt, entgegnete man uns „Was meinen Sie denn, ‚Autobahn‘ zum Beispiel?“ und was denn „daran schlimm sei“?

Nein: Wir meinen zum Beispiel Zitate vom „lebensbejahenden afrikanischen Ausbreitungstyp“, von der „tausendjährigen Vergangenheit“, dem Ausspruch: „wenn wir unser Deutschland verloren haben, haben wir keine Heimat mehr“, dem „Volksverderber“, der „Umvolkung“ und der Verunglimpfung des Holocaust-Denkmals als „Denkmal der Schande“. Nicht zu vergessen den sagenhaften Ausspruch von Herrn Gauland, Hitler und die NS-Zeit seien „ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“. Zu „Autobahn“ sei noch gesagt, dass große Teile davon von Zwangsarbeitern gebaut wurden.

Die Hürther Brücke der Kulturen und Hürth bleibt bunt wendet sich gegen solche rassistische Einstellung. Ein sinnvolles Gespräch war also nicht möglich. Unserer Kritik stellte sich die AFD nicht, unsere Fragen wurden nicht beantwortet.

Außerdem wurde ein Vorstandsmitglied der Hürther Brücke der Kulturen auf der Demo fotografiert, ohne dass man sich zu erkennen gab. Sie trug ein Plakat mit der Aufschrift „OMAS GEGEN RECHTS“ (dies ist eine Initiative, die sich in Österreich gegründet hat und inzwischen auch Gruppen in Deutschland hat, z. B. in Köln). Ohne ihr Einverständnis veröffentlichte die AfD das Foto online; der Aufforderung, es augenblicklich von der Seite zu löschen, kam man bisher nicht nach.

Also, damit es der Letzte versteht: Die OMAS GEGEN RECHTS richten sich gegen Euch! Wenn Ihr wirklich daran glaubt, dass man der Presse nicht mehr trauen kann und sich lieber selbst im Internet informieren soll, dann ist es eine Ehrensache, wahrheitsgemäß zu berichten, oder?

Wir jedenfalls treten ein für ein weltoffenes Hürth, das Menschen in Not hilft und in dem Menschen verschiedener Kulturen miteinander friedlich leben können. Wir treten dafür ein, dass jedermann die Wahrheit verbreiten und die Unwahrheit anprangern darf. Wir wollen kein tausendjähriges Reich nach Hitlers Vorstellungen, sondern ein Deutschland, das für alle lebens- und liebenswert ist, nicht nur für Deutsche. Egal auch, welche Gründe Menschen dazu gezwungen haben, bei uns Zuflucht zu suchen und ihre Hoffnung mit uns zu verknüpfen. Die rassistischen und antisemitischen Äußerungen von AfD-Mitgliedern lehnen wir aus tiefster Überzeugung ab.