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Dank des großen Engagements aller Beteiligten ist das Hürther Repair-Cafè eine Stätte der Begegnungen, die für mehr Nachhaltigkeit sorgt.

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Zu schade zum Wegwerfen

Dank des großen Engagements aller Beteiligten ist das Hürther Repair-Cafè eine Stätte der Begegnungen, die für mehr Nachhaltigkeit sorgt.

Es ist 14 Uhr, als das Hürther Repair-Cafe seine Pforten öffnet, symbolisch gesprochen zumindest, denn räumlich gesehen ist die Initiative nach dem Wechsel in verschiedene Örtlichkeiten nun bei der „Hürther Brücke der Kulturen“ beheimatet. Der Verein, der eine Vielzahl an Aktivtäten zur Integration von Asylsuchenden ins Leben gerufen hat, stellt an jedem zweiten Samstag im Monat seine Räume, in denen sonst Sprachunterricht oder Bastel- und Gesprächsnachmittage stattfinden, zur Verfügung, um für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen. So auch an diesem Nachmittag, an dem man sich darum bemüht, dass Alltagsgegenstände repariert werden und nicht gleich weggeworfen werden müssen. Dazu kann man bei Kaffee und Kuchen nette Gespräche führen und interessante Bekanntschaften machen. Viele gute Gründe, um die Friedrich-Ebert-Straße 36 einmal aufzusuchen.

Peter Keller, einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter bekommt es gleich zu Beginn mit einer lieb gewonnenen Nachttischlampe zu tun. Der Schalter funktioniert, nicht mehr, die Besitzerin hat aber bereits einen neuen besorgt, nur beim Einbau hapert es. Für Peter Keller kein Problem. Nach einer guten Viertelstunde kann die Lampe wieder mit nach Hause genommen und eingesetzt werden. Dabei sind Peters Fachgebiete eigentlich Nähmaschinen und Fahrräder, wie er selbst berichtet. Er gehört zu den Helfern, die von Anfang an dabei sind und ihre Freizeit aufwenden, um Mitbürgern mit geschickten Händen zu helfen. Damit es bei der Reihenfolge der Reparaturen gerecht zugeht, wird von jedem, der einen defekten Gegenstand mitbringt, zunächst ein Formular mit Angaben zum Namen, einer Kontaktadresse und zur Art der Reparatur ausgefüllt. Das Formular enthält eine Nummer, die dafür sorgt, dass jeder in der Reihenfolge, in der er im Repair-Café eingetroffen ist, drankommt. Für alle Beteiligten nur fair, denn bereits um 15 Uhr ist es rappelvoll.

Peter Keller hat einem Radio einen Wackelkontakt bescheinigt. Leider ist das nicht sein Spezialgebiet, was für die Dame, der das gute Stück lieb und teuer ist, aber kein Problem bedeutet. Sie wird beim nächsten Mal wiederkommen, wenn der Kollege, der sich mit Radios auskennt, wieder anwesend ist.

Dorle Palm dagegen kann heute mit ihrer 45 Jahre alten Nähmaschine nach Hause gehen. „Ich war vor vier Woche hier und Herr Keller hat festgestellt, dass ein Keilriemen ersetzt werden muss“, erzählt sie. Der Keilriemen wurde dann besorgt und nun eingesetzt. Die Besitzerin ist glücklich, kann sie nun wieder ihre Kissenbezüge und Duftsäckchen nähen, wie sie schmunzelnd erzählt.

Rund 15 Leute suchen das Repair-Café im Schnitt pro Samstag auf und freuen sich darüber, dass sie ihre Lieblingsstücke, wie etwa Radios, Computer, CD-Spieler oder auch kaputte Textilien, nicht wegwerfen müssen. Oder eben einfach nur Geld sparen. Geld kostet die Reparatur nämlich nicht. Dafür freut man sich aber über eine Spende, die in das im Foyer bereitstehend Sparschwein entrichtet werden kann. „Leider ist die Spendenbereitschaft nicht immer so groß“, bemerkt Margit Reisewitz, Mitorganisatorin und Mitglied bei der Lokalen Agenda Hürth. Schließlich geht es den Organisatoren und Helfer gar nicht mal um die Höhe der Spende, sondern auch um die Wertschätzung der Arbeit. Unter anderem wird von dem Geld auch Werkzeug gekauft. Die Idee zum Repair-Cafè stammt ursprünglich aus Holland, mittlerweile gibt es eine zentrale Homepage, auf der auch Hürth verortet ist. „Gegen eine kleine einmalige Gebühr wird man dort registriert und darf auch das offizielle Logo verwenden“, erläutert Michaela Reithinger, ebenfalls vom Team Lokale Agenda Hürth. Im Mai 2015 wurden das erste Mal Gegenstände des Alltags wieder flott gemacht, vor einigen Monaten waren auch Hürther Flüchtlinge daran beteiligt, ihre Fähigkeiten als Schneider oder Elektriker einzusetzen. Eine Aktion, die nicht einmalig bleiben soll. Auch für den nächsten Termin, der am 11. März stattfindet, wurden die Besucher des Hürther Asylcafés von Margit Reisewitz auf eine etwaige Mithilfe angesprochen. Ihr Anliegen stieß auf großes Interesse und vielleicht verstärken ja bald schon “neue Nachbarn” das Team.

Die nächsten Termine sind

  • 10. Juni
  • 08. Juli
  • 12. August
  • 09. September
  • 14. Oktober
  • 11. November
  • 09. Dezember